DYSPHAGIE bei ERWACHSENEN

Wir behandeln auch DYSPHAGIE bei ERWACHSENEN

Dysphagie ist eine Störung, bei der Nahrungsaufnahme und Trinken beeinträchtigt oder gar nicht mehr möglich sind.

Die einzige Möglichkeit der Nahrungsaufnahme besteht dann in der Sondenernährung.

Diese beeinträchtigt meist sehr in der Lebensqualität.

Die häufigsten Ursachen von Dysphagien sind neurologische Erkrankungen (z.B. Schlaganfälle) und die Folge von Tumorbehandlungen im Kopf-Halsbereich. (z.B. Zungenteilresektion)

Mit zunehmenden Alter treten Schluckstörungen deutlich gehäuft auf und führen in Folge oft zu ernst zu nehmenden Komplikationen wie Unter- oder Fehlernährung, Dehydratation (= Austrocknung), Aspirationspneumonie (= Lungenentzündung)

Die Hauptgefahr bei einer Dysphagie besteht darin, dass durch das Verschlucken Nahrung und Flüssigkeiten über die Luftröhre in die Lunge gelangen und dort eine Lungenentzündung hervorrufen können,

Symptome:

häufiges Verschlucken; Husten; Niesen; Erbrechen; teilweise auch Atemnot

Diese Symptome können während oder auch nach dem Essen auftreten.

Weitere Anzeichen, die auf eine Schluckstörung hindeuten:

* feuchte gurgelnde, verschleimt klingende Stimme

* Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung unterschiedlichster Konsistenzen

* Schmerzen beim Schlucken

* längere Essenszeiten und häufiges Nachtrinken

* Schwierigkeiten beim Abbeißen und Kauen z.T. Beißen in die Wange und Zunge, taubes Gefühl im Mundbereich

* Rückfluss von Speichel und Nahrung aus dem Mund

* häufige Infekte und unklare Fieberschübe

* Missempfindungen in Hals und Rachen

FÜTTERSTÖRUNG im SÄUGLINGSALTER

wir behandeln auch kindliche Fütterstörung

MYOFUNKTIONELLE SCHLUCKSTÖRUNG

WARUM ÜBERWEIST DER ZAHNARZT/KIEFERORTHOPÄDE MICH /MEIN KIND ZUR LOGOPÄDIE?  

Die Myofunktionelle Therapie findet meist im Zusammenhang mit der kieferorthopädischen Behandlung statt.

Kieferorthopäden und Zahnärzte behandeln Zahn-und Kieferfehlstellungen.

Ursache für diese Fehlstellungen kann ein falsches Schluckmuster sein.

In unserer Praxis unterstützen wir Sie und Ihr Kind gerne während, vor oder nach der kieferorthopädische Behandlung dabei erfolgreich das Schluck-und Mundmuster zu verändern.

Dazu gehört z.B.

*der Abbau von Lutschgewohnheiten

* die Stärkung der Mund- Lippen - und Zungenmuskulatur

* das Umlernen auf die „richtigen“ Bewegungsabläufe beim „richtigen“   

   Schlucken.

WAS BEDEUTET MYOFUNKTIONELL ODER OROFACIAL?

MYO bedeutet Muskel und funktionell verweist auf die Leistungsfähigkeit .

Eine myofunktionelle Störung ist also eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Muskeln.

Manchmal wird auch eine orofaciale Dysfunktion genannt.

Orofacial setzt sich zusammen aus oro und fazial. Oro bedeutet den Mund betreffend und fazial das Gesicht betreffend.

FÜR WEN IST DIE MYOFUNKTIONELLE THERAPIE?

Hauptsymptome einer myofunktionellen Störung sind folgende:

* ein sog. „falsches“ Schluckmuster,

genannt auch:   „infantiles“ Schluckmuster oder „pathologisches“ Schlucken oder   

viszerales“ Schlucken, dabei kommt es zum Zungenvorstoß beim Schlucken. Die Zunge ist vorverlagert und presst während des Schluckens gegen die Zähne oder zwischen den Zähnen durch.

* falsche Zungenruhelage z.B. Zunge ist gegen die oberen bzw. unteren  

   Frontzähne gerichtet, oder  die Zunge drückt zwischen den Frontzähnen oder zwischen den Seitenzähnen auf einer oder beiden Seiten oder zwischen Front- und Seitenzähnen oder es sind Speichelbläschen zu sehen, die durch die Zahnzwischenräume geschoben werden

* Atmung durch den offenen Mund und fehlender Mundschluß.

* Lutschgewohnheiten

* andere Angewohnheiten wie Nägel kauen, Finger in den Mund stecken oder  

   Lippenlecken

* Auffälligkeiten wie stets nasse Lippen, häufiges Lippenlecken, Speichel und  

   Risse in den Mundwinkeln , häufig entzündete Mundwinkel

* erhöhter Speichelfluss

* Essen mit offenem Mund und „Schmatzen“ beim Essen und Trinken

* Zahnfehlstellungen

* Aussprache und Artikulation sind undeutlich und nuschelig.

  Manchmal ist auch der Laut „s“ hörbar betroffen, vielleicht lispelt Ihr Kind,

WIESO IST DAS SCHLUCKMUSTER FALSCH?

Das Schluckmuster verändert sich im Laufe des Lebens. Säuglinge schlucken anders als Erwachsene, da sie andere anatomische Voraussetzungen haben. Die Mundhöhle ist kleiner und wird fast komplett von der Zunge ausgefüllt. Durch die Enge kann sich die Zunge im Mund zunächst nur vor- und zurück bewegen. Die Bewegung wird durch das Öffnen und Schließen des Kiefers unterstützt. Säuglinge schlucken also indem sie die Zunge beim Schlucken nach vor- und zurückschieben. Die Lippen sind dabei geöffnet.

Normalerweise wird dieses Schluckmuster mit dem Saugen an der Brust Stück für Stück umgestellt. Die Zunge schiebt sich beim Schlucken nicht mehr nach vorne, sondern drückt nun oben gegen den Gaumen. Die Lippen bleiben beim Schlucken nun geschlossen. Durch die Aufnahme ganz unterschiedlicher Nahrung (fest oder weich), wird das korrekte Schluckmuster weiter gefestigt und die Muskulatur von Zunge, Lippen, Wangen und Rachen wird gekräftigt.

Der korrekte Schluckablauf sieht dann folgendermaßen aus:

Die Nahrung wird aufgenommen und zerkleinert. Dabei sind die Lippen immer geschlossen. Der entstandene Brei wird auf die Zungenmitte geschoben. Die Zungenspitze drückt sich an den Gaumen (hinter die oberen Schneidezähne ohne dass diese berührt werden). Mit einer wellenförmigen Bewegung wird der Essensbrei jetzt am Gaumen entlang in den Rachen befördert. Die Zähne schließen sich, damit keine Essensreste in die Wangen geraten können. Der Schluckreflex wird ausgelöst: der Kehlkopf hebt und senkt sich. Dies passiert automatisch ohne dass wir darüber nachdenken müssen.

Spricht der Kieferorthopäde von „viszeralem“, „kindlichen“ oder „infantilem“ Schluckmuster ist damit das frühe Schluckmuster des Säuglingsalters gemeint. Die Zunge drückt also nach vorne, meist gegen die Zähne, und nicht nach oben gegen den Gaumen. Manchmal drückt die Zunge auch seitlich gegen die Zähne. Häufig bringt die Muskulatur der Zunge alleine nicht die Kraft auf das Essen in die korrekte Richtung zu lenken, dann helfen die Muskeln aus der Umgebung aus. Benachbarte Muskeln kompensieren somit die Schwäche der Zunge und müssen „zu viel“ arbeiten. Es kommt ein Ungleichgewicht der Muskulatur zustande. Die einen Muskeln werden immer stärker und die anderen bleiben schwach. Kinder und Jugendliche mit „falschem Schluckmuster“ können also schlucken und essen. Sie schlucken aber anders als für das Alter üblich wäre. Durch das Drücken der Zunge können sich die Zähne verschieben oder die Kieferstellung kann verändert werden. Deshalb ist das Umlernen auf das korrekte Schluckmuster so wichtig. 

WIESO IST DIE LAGE DER ZUNGE IM MUND FALSCH?

Die Zunge schmiegt sich normalerweise an den Gaumen an. Die Zungenspitze ist oben hinter den Schneidezähnen am „Hügel“ (Papilla incisiva). Die Zunge nimmt wieder einmal nicht zufällig diesen Platz ein. Der Gaumen ist im Kinderalter noch veränderbar. Normalerweise formt die Zunge den Gaumen aus. Die Zunge vergrößert den Gaumen und Oberkiefer, sodass später alle Zähne Platz haben. Liegt die Zunge also schlaff am Mundboden, kann sie den Oberkiefer nicht formen. Es kann zum Beispiel ein schmaler hoher Gaumen oder ein Engstand der Zähne entstehen.

Eine Zungenlage am Mundboden begünstigt außerdem die Mundatmung. Die Luft gelingt ungefiltert in den Rachenraum. Bei der Atmung durch die Nase wird die Luft angewärmt, gesäubert und befeuchtet. Der Körper schützt sich so selbst vor Erkältungen. Nimmt die Zunge den korrekten Ruheplatz oben am Gaumen ein, ist ein Offenhalten des Mundes anstrengender, sodass der Mund meist automatisch zuklappt.

Die falsche Zungenruhelage ist meist verfestigt und zur Gewohnheit geworden, sodass diese Gewohnheit in der Therapie Stück für Stück mit viel Training aufgelöst werden muss. 

WIE LÄUFT DIE THERAPIE BEI UNS AB?

Im ersten Gespräch, dem Anamnesegespräch, versucht die Logopädin herauszufinden welche Gewohnheiten die Zahnfehlstellung aufrechterhalten können. Das Daumen lutschen kann zum Beispiel dazu führen, dass die oberen Zähne nach vorne geschoben werden und die unteren Zähne nach hinten. Zusammen mit den Patienten möchte der Logopäde Möglichkeiten finden diese Gewohnheiten zu vermeiden. In der darauf folgenden Diagnostik wird genau geschaut, welches Schluckmuster vorliegt, ob die Zunge in Ruhelage an der richtigen Stelle anliegt und wie viel Kraft die Gesichtsmuskeln haben. Auch die Gesamtkörperspannung wird angeschaut. In der Therapie wird ein individuelles Muskeltraining eingesetzt. Wie beim Muskeltraining im Fitnessstudio können auch für den Gesichtsbereich „Trainings-Geräte“ genutzt werden wie beispielsweise ein Kauschlauch, ein Sauger oder ein Trinkschlauch. 

Durch unser effizientes und gut erprobtes Therapiesystem können wir bereits in der kurzen Intensivphase von 8-10 Wochen mess- und sichtbare Erfolge für die Zahnstellungsoptimierung durch die Zahnspange erreichen

Alter der Kinder/Jugendlichen/Erwachsenen: ab 4,5 J.

Dauer und Frequenz der Therapie:

1x wöchentlich zur fest mit Ihnen vereinbarten und immer gleichen Zeit

jeweils c.a 40 Minuten Einzeltherapie und sich daran direkt anschließende Elternanleitung

In unserer Praxis werden auch Gruppentherapien durchgeführt

Anzahl der Therapiesitzungen für: 

1 Erstuntersuchung und Diagnostik

c.a 10 Einzeltherapien

     plus optional ein Elterngespräch

1-2 Kontrolluntersuchungen nach 3 und 6 Monaten.

Auf der ersten ausgestellten Verordnung Ihres Arztes sollte möglichst ausgefüllt sein:

Diagnose: Störung der Artikulation, Sigmatismus interdentalis  und Störung des Schluckaktes

Frequenz: 1-2x pro Woche

Behandlungsmenge: 10  

STUNDENABLAUF:

Strukturiertes Mundfunktionsprogramm nach PADOVAN® oder biofunktionelle Therapie mit dem Vakuumaktivator SILENCOS® oder mit FACEFORMER ® und Übungen in den Bereichen

Mundmotorik

Zungenruhelage  (RLP-ZAP-Zauberpunkt)

Saugen

Kauen

Schlucken

Zusätzlich:

tägliche c.a 5 minütige Hausaufgaben

Erwerb des Arbeitsmaterials (z.B. PADOVAN ®-Set)

Da häufig die Dysbalancen in der Halsmuskulatur oder der Körperhaltung auch zum falschen Schlucken beitragen greifen manchmal Behandlungsformen, die ausschließlich am Muskeltonus und nur an den Bewegungsmustern der Zunge ansetzen zu kurz.

Die Folge sind dann lange Behandlungszeiten und teilweise auch Rückfälle in die alten Schluckgewohnheiten.

Deshalb arbeiten wir in unserer Praxis zusätzlich auch mit den speziell für  Kinder-und Therapie von Jugendlichen ausgebildetenen Osteopathinnen der Osteopathie Praxis Johanna Hußmann zusammen.

Auf unsere Empfehlung und Ihren Wunsch kann durch eine osteopathische Abklärung im Vorfeld der Schlucktherapie festgestellt werden, ob Ihr Kind von einer zusätzlichen osteopathischen Behandlung (2-4 Sitzungen) profitieren würde.

So können wir gemeinsam einen ganzheitlichen und genau auf Ihr Kind abgestimmten Therapieansatz entwickeln, der in der kürzest möglichen Zeit zum Erfolg führt.

WEITERFÜHRENDE LITERATUR

die wir ihnen gerne auf Anfrage auch aus unserer Praxis entleihen:

Ratgeber- Reihe Schulz-Kirchner Verlag:  „MYOFUNKTIONELLE STÖRUNGEN“, ein Ratgeber für Eltern und erwachsene Betroffene, Anita Kittel

Info-Flyer „SCHLUCKSTÖRUNGEN BEI KINDERN“ des dbl (Deutscher Bundesverband für Logopädie)

Info-Broschüre  „MYOFUNKTIONELLE STÖRUNGEN“ der dgs (Dtsche.Gesellschaft für Sprachheilpädagogik)

DVD: „MFT-WAS IST DAS?“ Angela v.Treuberg, Video-CD Länge c.a. 30 Minuten 

„FUNKTIONALES MUNDPROGRAMM“ n. Padovan Petra Schuster, Verlag modernes Lernen

DVD-Trainingsprogramm  „FACE-FORMER“, neurophysiologische Funktionstherapie  Dr. Berndsen

VAKUUMAKTIVATOR   „SILENCOS + SILENCOS kids“  bredent GmbH

Ratgeber  Reihe Schulz-Kirchner Verlag:  „SIGMATISMUS (LISPELN)“  ein Ratgeber für Eltern, erwachsene Betroffene, pädagogische Fachkräfte in Kita und Schule, Zahnärzte und Kieferorthopäden, Anja Mannhard

Bilderbuch bei Lutschgewohnheiten „LUTSCHZWERGE“ (Susanne Codoni)

„FAUCHEN WIE EIN DRACHE“  unterhaltsame Atem-und Sprechübungen für Kinder Verlag Veritas, Ewa Morkowska